3 Störung


Störung

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Stö|rung ['ʃtø:rʊŋ], die; -, -en:
a) das Stören, das Gestörtwerden:
wegen der Störung konnte die Versammlung nicht weitergeführt werden.
Syn.: Unterbrechung.
Zus.: Ruhestörung.
b) das Gestörtsein; Beeinträchtigung des normalen Ablaufs:
wegen einer betrieblichen Störung hat der Zug 60 Minuten Verspätung; eine Störung der Verdauung; er leidet an nervösen Störungen; aufgrund atmosphärischer Störungen war der Fernsehempfang schlecht.
Syn.: Defekt, Panne.
Zus.: Betriebsstörung, Bewusstseinsstörung, Bildstörung, Darmstörung, Durchblutungsstörung, Empfangsstörung, Ernährungsstörung, Funktionsstörung, Gesundheitsstörung, Sendestörung, Sinnesstörung, Sprachstörung, Stoffwechselstörung, Stromstörung, Verkehrsstörung, Wachstumsstörung.

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Stö|rung 〈f. 20
1. das Stören
2. etwas, das stört, Ablenkung
3. Unterbrechung, Hemmung (Entwicklungs\Störung, Stoffwechsel\Störung, Verdauungs\Störung)
● entschuldigen Sie die \Störung!; atmosphärische \Störungen durch elektr. Entladungen in der Atmosphäre hervorgerufene Beeinträchtigung des Rundfunkempfangs

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Stö|rung, die; -, -en [mhd. stœrunge]:
1. das Stören (1); das ↑ Gestörtwerden (1):
eine kurze, kleine, nächtliche S.;
häufige -en bei der Arbeit;
bitte entschuldigen Sie die S.!
2.
a) das Stören (2); das ↑ Gestörtwerden (2):
eine S. des Gleichgewichts;
die S. von Ruhe und Ordnung;
die Sache verlief ohne S.;
b) das ↑ Gestörtsein (2) u. dadurch beeinträchtigte Funktionstüchtigkeit:
gesundheitliche, nervöse -en;
eine technische S. beheben, beseitigen;
die Sendung fiel infolge einer S. aus;
c) (Meteorol.) [wanderndes] Tiefdruckgebiet:
atmosphärische -en;
die -en greifen auf Osteuropa über.

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Störung,
 
1) Astronomie: selten Perturbation, eine (kleine) Änderung der Bewegung zweier Himmelskörper um den gemeinsamen Schwerpunkt durch einen dritten oder mehrere weitere Himmelskörper (Mehrkörperproblem). Von Störung spricht man, wenn der durch die störenden Körper ausgeübte gravitative Einfluss klein ist im Vergleich zu der zwischen den beiden betrachteten Körpern wirkenden Kraft. Einer Störung in diesem Sinn unterliegt z. B. die Bahn eines Planeten um die Sonne durch die Gravitationswirkung der anderen Planeten, die Bahn eines Satelliten um einen Planeten durch die Gravitationswirkung der Sonne oder die anderer Satelliten des Planeten und die Bahn eines Kleinkörpers des Sonnensystems (Planetoid, Komet) durch einen Planeten, wenn er diesem nahe kommt. Bei periodischen Störungen mit kurzen Perioden, etwa in der Größe der Perioden der betroffenen Bahnen, gleichen sich die Wirkungen über längere Zeiträume aus, sodass die Bahnen der gestörten Körper langfristig konstant sind. Die Wirkungen langperiodischer Störungen, die meist durch Kommensurabilitäten der Umlaufbahnen des gestörten mit dem störenden Körper verursacht werden, sind wesentlich stärker. Als säkulare Störung werden Störungen bezeichnet, die fortwährend oder sehr lange andauern und dabei ständig in einer Richtung wirken, wodurch sich ihre Wirkung akkumuliert und das gestörte System instabil werden kann. - Als Störung im weiteren Sinn werden auch Abweichungen der Bahnen von Himmelskörpern von exakten Kepler-Bahnen bezeichnet, die durch ungleichförmige Masseverteilungen in den Körpern oder durch nichtgravitative Einflüsse verursacht werden. - Die mathematische Behandlung von Störungen ist Gegenstand der Störungsrechnung.
 
 2) Geologie: tektonische Trennfuge, Verwerfung.
 
 3) Meteorologie: wandernde Schlechtwetterzone mit konvergierenden Winden, begleitet von starker Bewölkung, vielfach auch von Niederschlägen. Eine Störung macht sich durch einen Ausläufer tiefen Luftdrucks bemerkbar; sie ist meist von Fronten begleitet. Als Randstörung bezeichnet man ein kleines Tief am Rand eines großen, sich kaum verändernden Tiefdruckgebietes, als frontale Störung oder Wellenstörung den Anfangszustand einer Tiefdruckentwicklung, wenn sich kleine Ungleichförmigkeiten in der Strömungs- und Temperaturverteilung wellenförmig längs der Front verlagern. Solche Wellen sind wichtig für den Wärmeaustausch zwischen den niederen und höheren Breiten (Polarfront).
 
 4) Physik und Technik: kurzzeitige oder ständige, auch zeitabhängige Änderung oder Beeinflussung eines physikalischen oder technischen Systems, hervorgerufen durch Wechselwirkung mit anderen Systemen oder durch äußere Einwirkung. Beispiele sind Betriebsstörungen von technischen Anlagen, Störsignale und Funkstörungen in der Nachrichtentechnik, die Störung der Symmetrie eines Kristalls durch Gitterbaufehler (Störstelle) und die Störung eines quantenmechanischen Systems durch elektromagnetische Felder. Je nach Art des Systems kann auch eine kleine Störung bereits erhebliche Auswirkungen zeigen, z. B. in nichtlinearen Systemen. Ist der Einfluss der Störung klein, wird er in der Physik im Rahmen der Störungstheorie behandelt, in der Festkörperphysik greift man auf das Konzept der Elementaranregungen zurück.
 

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Stö|rung, die; -, -en [mhd. stœrunge]: 1. das Stören (1); das Gestörtwerden (1): eine kurze, kleine, nächtliche S.; häufige -en bei der Arbeit; jmds. Anwesenheit als S. betrachten, empfinden; bitte entschuldigen Sie die S.! 2. a) das Stören (2); das Gestörtwerden (2): eine S. des Gleichgewichts; als sei schon die kurze ... Erinnerung an das Schloss und an seine Sohnespflicht eine empfindliche, nicht zu ersetzende S. seines Glückes (Kafka, Schloß 164); die S. von Ruhe und Ordnung; die Sache verlief ohne S.; b) das Gestörtsein (2) u. dadurch beeinträchtigte Funktionstüchtigkeit: gesundheitliche, nervöse -en; Der kleine Mann sagt, dass ich die Symptome einer neurovegetativen S. habe (Schwaiger, Wie kommt 148); es liegt eine S. vor; eine [technische] S. beheben, beseitigen; eine S. verursachen, feststellen; die Sendung fiel infolge einer S. aus; c) (Met.) [wanderndes] Tiefdruckgebiet: atmosphärische -en; die -en greifen auf Westeuropa über und gestalten das Wetter veränderlich.

Universal-Lexikon. 2012.

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